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17.06.2009 | Originallayout

Berlin: Demo gegen homophobe Gewalt

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Alfonso Pantisano: „Ich kann nicht fröhlich beim Stadtfest am Samstag feiern, wenn ich an anderen Tagen Angst haben muss, als Schwuler auf die Straße zu gehen.“
(Bild: privat)
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Für Samstag ruft Aktivist Alfonso Pantisano zur Demo vor einem Imbiss in Kreuzberg auf, dessen Besitzer küssende Schwule attackierte.

Ein 38-jähriger irakischer Imbissbesitzer hatte vor zwei Wochen aus offensichtlich homophoben Motiven ein Homo-Paar mit einer Stange angegriffen und dabei einen 23-Jährigen verletzt (queer.de berichtete [1]). Pantisano hat daher für Samstag ab 13 Uhr eine Demonstration vor dem "Habibi" (Oranienstraße 30) angemeldet. An diesem Tag findet auch das schwul-lesbische Straßenfest statt.

Pantisano hatte bereits zuvor eine Demo gegen die Eisdiele Dolce Freddo organisiert, nachdem der italienische Besitzer Schwule und Lesben beleidigt und angegriffen hatte. An dieser Protestaktion nahmen 2.000 Menschen teil (queer.de berichtete [2]). Der Demonstrationszug am Samstag soll wieder vor Dolce Freddo enden, gegen 15 Uhr. Dann können die Teilnehmer gemeinsam das Straßenfest besuchen.

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Zum Protest gegen Dolce Freddo waren 2.000 Leute gekommen
(Bild: Blog Mydayaday)


"Ich kann nicht fröhlich beim Straßenfest am Samstag feiern, wenn ich an anderen Tagen Angst haben muss, als Schwuler auf die Straße zu gehen", begründete Pantisano gegenüber queer.de seine Initiative. Er lebt seit sieben Jahren in der Hauptstadt und habe beobachten müssen, dass die Lage für Schwule, Lesben und Transsexuelle ernster werde.

"Viele haben Probleme mit dem Thema Anderssein. Ich will ja nicht fordern, dass sie sagen, Homosexualität ist wundervoll. Ich verlange aber, dass ich nicht diskriminiert oder sogar angegriffen werde." Er wolle verhindern, selbst Opfer zu werden. "Die Lage ist zwar ernster geworden, aber wir haben jetzt auch den Mut, uns zu wehren. Früher haben viele die Schnauze gehalten. Jetzt erstatten wir Anzeige und organisieren Demos."

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Das Habibi
(Bild: Qype, Lilileen)
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Die Polizei ermittelt derzeit gegen den Imbissbesitzer wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie hat gegenüber der Presse nicht mitgeteilt, um welchen Fast-Food-Laden es sich bei der Tat handelte, "damit der Besitzer des Imbisses nicht identifiziert werden kann".

Pantisano vermutet, dass die Beamten die Information zurückhalten, weil der Besitzer Iraker ist und fremdenfeindliche Reaktionen befürchtet werden. "Die Nationalität interessiert mich nicht. Ich will wissen, ob ich statt einer Falafel eine Stange ins Gesicht bekomme", so Pantisano. "Bei einer Lebensmittelvergiftung würden die Behörden ja auch warnen. Warum tun sie es nicht genau so, wenn Schwule verprügelt werden?". (dk)

Demo am Samstag 20.6., 13 Uhr vor dem Lokal "Habibi" Oranienstraße 30, Berlin-Kreuzberg


Links aus dem Artikel:

1 Berlin: Homo-Paar wegen Kuss attackiert (08.06.2009)
2 2.000 protestieren gegen Dolce Freddo (09.05.2009)

Links zum Thema:

- Demo-Aufruf bei Facebook ()


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