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03.09.2009 | Originallayout

Studie: Schwule genauso (un)treu wie Heteros

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Die Versuchung lauert an jeder Straßenecke
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Eine neue Studie belegt, dass es Männer grundsätzlich bunt treiben – egal ob schwul oder heterosexuell. Schwule hätten nur andere Beziehungsmodelle.

Von Carsten Weidemann

Ist "Treue" nur ein Fremdwort unter Schwulen? Während Gründe und Begleitumstände heterosexueller Paare bislang regelmäßig und umfassend untersucht worden, will eine neue Studie nun auch bezüglich homosexueller Paare Abhilfe schaffen. Diese trägt den Namen "Beziehungsverhalten schwuler Männer bezüglich Monogamie" und wurde in dem neuen Buch "Sexuelle Orientierungen: Weg vom Denken in Schubladen" vorgestellt.

Diplom-Psychologe Roland Kirchhof (29) kommt nach der Befragung von fast 300 Schwulen und der Auswertung zahlreicher anderer Studien zu dem Schluss, dass "schwule Männer ebenso (un)treu sind wie heterosexuelle". Zudem würden monogame schwule Beziehungen nicht länger halten als offene schwule Beziehungen. Viel eher scheint der Faktor "Nicht-Exklusivität" zur Stabilität schwuler Beziehungen beizutragen.

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Hat fast 300 Schwule befragt: Diplom-Psychologe Roland Kirchhof


Die Wahrscheinlichkeit einen Seitensprung einzugehen, unterscheide sich zwischen monogamen schwulen Männern (26%) und monogamen heterosexuellen Männern (22 bis 49%) nicht grundsätzlich.

Unterschiede zeigten sich laut Kirchhof allerdings in der großen Verbreitung "alternativer nichtmonogamer Beziehungsformen", die bei heterosexuellen Paaren zwar auch vorkommen, aber nicht in der Häufigkeit vertreten sind.

"In diesen alternativen Beziehungsformen haben Monogamie und Treue einen ganz anderen Stellenwert als bei monogamen Paaren", meint Kirchhof und ergänzt: "Mit Treue ist hier die Treue gegenüber den gegebenenfalls getroffenen Vereinbarungen gemeint, nicht aber der Verzicht auf Sex außerhalb der festen Beziehung." Männer mit einem geringeren Glauben an Monogamie und Treue hätten zudem häufiger einen Seitensprung.

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Die Ergebnisse der Studie wurden im Buch "Sexuelle Orientierungen" veröffentlicht
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Die Partnerschaftsdauer sei allerdings ein wichtiger Faktor und erhöhe das Risiko einer Seitensprungs – unabhängig von Zufriedenheit, Meinungen und Gelegenheiten. Außerdem beeinflusse die erwartete Konsequenz des Seitensprungs das Verhalten der befragten Männer.

Insgesamt erwarteten schwule Männer, die in einer monogamen Beziehung leben, unabhängig davon, ob sie fremdgegangen waren, negative Konsequenzen für die Qualität der Partnerschaft durch einen (möglichen) Seitensprung.

Diese Befürchtung war allerdings bei den Männern, die bereits fremdgegangen waren deutlich geringer. Auch fürchteten Männer mit "außerpartnerlichen Beziehungen" im Gegensatz zu Männern ohne Seitensprung, kaum Schaden für das eigene Selbst.


Links zum Thema:

> Mehr Infos zum Buch "Sexuelle Orientierungen. Weg vom Denken in Schubladen" (amazon mobil)
- Hintergrund-Infos zur Studie ()


Siehe auch:
> Jeder zweite Schwule geht fremd (01.09.04)
> Fremdgehen ist Nährboden für die Kreativität (25.02.07)


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